Achtung: Der folgende Text kann Spuren von Ironie und Sarkasmus enthalten. Bitte nur mit einer ordentlichen Portion Humor und einem Augenzwinkern genießen!
Schon seit einiger Zeit denke ich immer wieder darüber nach, was mich an Social Media nervt. Was ist denn Social Media per Definition überhaupt?
Social Media lässt sich am besten als Sammelbegriff für digitale Technologien und Plattformen definieren, die es Nutzern ermöglichen, interaktiv zu kommunizieren und eigene Inhalte zu erstellen und zu teilen. Social Media ist die Gesamtheit der internetbasierten Kanäle, die es Individuen und Gruppen ermöglichen, durch Interaktion, Selbstdarstellung und das Teilen von Inhalten in einen sozialen Austausch zu treten.
So weit, so gut – da haben wir also alle einen Facebook- und einen Instagram-Account, vielleicht noch einen YouTube-Kanal, betreiben Gruppen auf Facebook, pflegen eine klassische Webpage / Homepage oder haben – wie ich – einen Blog. Natürlich gibt es noch viel mehr, aber ich denke, die genannten sind die am weitesten verbreiteten und am meisten genutzten Kanäle (zumindest in meiner Altersklasse).
Erst mal ist das eine tolle Sache: Man kann sich ein Netzwerk aufbauen, um mit den Leuten in Kontakt zu bleiben, die eigene Meinung zu verbreiten, Hobbys zu pflegen, über Leidenschaften zu berichten und diskutieren, sowie Good und Bad News teilen. Konzertberichte und Fotos werden online gestellt, neue Musik und neue Bands werden vorgestellt.

Und jetzt fragt ihr euch: Was kann denn daran nerven? Grundsätzlich sollte nichts daran nerven. Interessiert mich nicht? Ich scrolle weiter. In a perfect world wäre das so, dann würde nichts an Social Media nerven.
Ihr erinnert euch an die Definition? Von Selbstdarstellung war da die Rede und da bin ich schon bei einem der Punkte, die unfassbar nerven. Glaubt denn heutzutage wirklich jeder, dass er das Zeug dazu hat, sich im Internet aufzuspielen, als wäre er der größte Influencer aller Zeiten? Tagtäglich werden mir die urkomischsten Reels in meiner Timeline gezeigt, und mit „urkomisch“ meine ich nicht urwitzig, sondern urnervig. Da gibt es dieses eine Mädel, die immer versucht, Rezepte anderer Food-Influencer nachzukochen; dabei macht sie irren Lärm, alles wird auf die Theke und die Schüsseln geknallt, dass es gerade so kracht. Dazu macht sie dann auch noch total tolle Grimassen – zumindest denkt sie, dass die Grimassen toll sind. Das Tüpfelchen auf dem „i“ ist ihre viel zu große Brille, die sie vermutlich gar nicht braucht; das ist nur ein stylisches Zubehör, da bin ich mir ganz sicher. Tja, ich stehe aber eher allein da mit dieser Meinung, oder können 10.000+ Follower sich so irren? Das Problem bin ja ich selbst: einmal draufgeklickt – Peng! Du hast verloren, ich zeige dir ab sofort nur noch solche Videos. Ich habe diese Dame schon mehrfach blockiert, damit mir ihr Schrott nicht mehr gezeigt wird, aber irgendwie schafft sie es immer wieder in meine Timeline; wahrscheinlich hat sie 10+ Accounts.
Von diesen „Laut-Kochern“ gibt es einige, scheint ein Trend zu sein, den ich nicht verstehe, ha ha ha.

„Laut“ ist da doch eh ein schönes Stichwort, vor allem wenn man auf Metal steht. Nicht nur beim Kochen kann man lärmen, das geht auch bei diversen Produktvorstellungen: Man muss ganz unbedingt mit sehr langen (und natürlich falschen) Fingernägeln auf die Produkte klopfen, sonst gilt es nicht als echte Produktbewerbung. Noch schlimmer sind Menschen, die sich beim Essen filmen und dazu schön schmatzen und schlürfen, gerne auch den Mund viel zu voll nehmen und kleckern. Meine Oma hätte mir was erzählt, wenn ich mich so benommen hätte. Die können ja daheim machen, was sie wollen, aber WARUM in Gottes Namen, mache ich einen Film davon und teile den mit der Welt??? Ich werde es nie erfahren, denn ich kenne niemanden persönlich, der so etwas macht. Auch hier gibt es eine ganze Menge an Followern, denen das zu gefallen scheint.
Zwischenstand: laute Selbstdarstellung in Kombination mit schlechten Tischmanieren nervt!
Was hätten wir noch Nerviges? Dauernörgler natürlich, Besserwisser – eh klar. Beide Spezies blende ich irgendwie aus mittlerweile, oder habe ich mich gar dran gewöhnt?
Social Media funktioniert nicht in nur in die eine Richtung; wenn jemand etwas teilt, dann benötigt es Interaktion, sonst ist das Ganze doch schon irgendwie sinnlos, oder? Also bitte liken und kommentieren, was das Zeug hält. Aber halt! Da komme ich doch schon wieder zu einer nervigen Sache: da gibt es die, die immer noch einen draufsetzen müssen: „Aber das erste Album ist viel besser“ – war das die Frage, Idiot? Du sollst meinen Beitrag feiern: „Toll, super, ich liebe das Album, danke, muss ich auch mal wieder auflegen“ – ich wollte nicht wissen, dass Album XY besser ist.
Kommen wir zu „Freunden“. Ich habe eine Menge davon, da müsste ich doch den ganzen Tag gut beschäftigt sein und unzählige Posts lesen können? Was läuft da schief? Ich sehe immer nur dieselben? Die stillen Mitleser, die nie selbst etwas verfassen; wenn es hochkommt, trauen sie sich sogar zu liken, Kommentare kommen auch hin und wieder, aber selbst etwas zum Besten geben? Außer sie haben etwas zu bewerben, ja, das geht natürlich, aber jegliche andere Interaktion sucht man vergeblich. Schade, denn wie oben geschrieben: Es funktioniert nicht nur in eine Richtung.
Damit Social Media so richtig knallt, muss jeder was dafür tun und auch mal eigenen Inhalt verfassen und teilen.

Dann gibt es aber auch diejenigen, die zu viel teilen, also immer schön das richtige Maß einhalten und beachten. Du kannst nicht 10 Scheiben in der Stunde hören! 20 Anti-was-auch-immer-Posts am Tag helfen leider nicht 20-fach. 300 Konzertfotos in einer Stunde sind leider auch zu viel. Konzerte und Handys sind ja seit Langem ein Dauerbrenner, der viele nervt – jetzt nicht mal so sehr im Internet, das nervt eher vor Ort. Ah, da fällt mir noch einer ein: Da gibt es die, die immer Bilder mit dem Star oder Möchtegern-Star machen, und diese Bilder werden dann bei jedem Geburtstag des Stars (oder Möchtegern-Stars) genommen und geteilt, um der Dame oder dem Herrn öffentlich zu gratulieren.

Last but not least: KI-generierter Schrott und Filter bis zum Abwinken!
Ich habe ja noch gar nicht über all die Werbelügen gesprochen. Oh mein Gott, diese Vorher-Nachher-Bilder, auf denen ein Blinder sieht, dass das neue Wunder-Make-up nicht ins Gesicht geschmiert werden muss, um so auszusehen; ein einfacher Klick auf einen „Beauty-Filter“ genügt und ich bin um 20 Jahre verjüngt. Entschuldigung, wer glaubt denn das? Scheinbar schon genug Menschen, sonst würde sich die Werbung und der Aufwand ja wohl kaum lohnen. Ich bekomme Schnappatmung und finde es frech und unverschämt, die potenziellen Konsumenten für so dumm zu verkaufen.
Hach, das musste ich mir einfach mal von der Seele schreiben! Ich hoffe es fühlt sich niemand persönlich angriffen davon, falls doch, dann bitte nochmal den ersten Satz lesen.
Jetzt seid ihr dran: was nervt euch? Ich freue mich auf viele Reaktionen, bitte schreibt an scheffin@scheffin.rocks
Eure Scheffin